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Basel II
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| Überblick zu Basel II: Seit dem Beschluss von Basel II wird es
für Unternehmen erheblich schwerer geworden, eine Bankfinanzierung zu erhalten, zumindest zu den
bisherigen Konditionen. Begonnen hat alles mit der Vorlage eines
Konsultationsbeschlusses des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht. Ziel
war, die Stabilität des internationalen Finanzsystems zu erhöhen, indem
Risiken im Kreditgeschäft besser erfasst und die Eigenkapitalausstattung der
Banken risikogerechter erfolgt. Nach dem Beschluss von Basel II müssen die Banken für
Unternehmen einen höheren Eigenkapitalanteil für Kredite hinterlegen als bisher.
Zuvor galt die Regelung, dass 8 % der Kreditsumme als Eigenkapital zu
hinterlegen ist. Seit 2007 ist die Höhe des von der Bank zu hinterlegenden Eigenkapitals von der Bonität
des Unternehmens abhängig. Ist die Bonität eher schlecht, hat die Bank für
die Kreditausreichung einen höheren Betrag als bisher zu hinterlegen, so
dass die Bank neu kalkuliert. Entweder bekommt das Unternehmen gar keinen
Kredit, so dass der zu hinterlegende Eigenkapitalanteil für andere
Unternehmensfinanzierungen offen ist, oder aber das Unternehmen muss einen
erheblich erhöhten Zinssatz zahlen. Im Zweifel entscheiden
sich die Banken dafür, dass das Unternehmen keinen Kredit mehr erhält, denn
der erhöhte Zinssatz wäre von Unternehmen zu fordern, deren Bonität ohnehin schlecht
ist. Durch die erheblich erhöhten Finanzierungskosten würde das Unternehmen noch mehr in
seiner Bonität leiden, so dass bei Auslaufen des Kredits eine Verlängerung nicht
möglich oder zu noch höheren Zinsen zu erfolgen hätte. Also ist es aus Sicht der Bank
besser, dem Unternehmen gar keinen Kredit zu gewähren.
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| Überblick zu Basel I:: Der Basler Ausschuss ist 1974
anlässlich des Zusammenbruchs der Herstatt-Bank gegründet worden. Diese Bankeninsolvenz
zog die international arbeitenden Banken stark in Mitleidenschaft. In 1988 wurde dann mit
Basel I der erste Weltstandard für die Eigenkapitalunterlage für Kredite festgesetzt,
mit der Folge, dass alle Kredite mit 8 % des Eigenkapitals der Bank zu unterlegen sind.
Diese pauschale Festlegung einer Eigenkapitalunterlegung für alle Kredite, egal ob diese
sicher oder unsicher sind, ist Anlass für die risikogestützte Festlegung einer
Eigenkapitalunterlegung der Kredite mit Basel II. Die Bezeichnung "Basel" ist
entstanden, weil die Verhandlungen und Entscheidungen in Basel erfolgten, wo die Bank für
Internationalen Zahlungsausgleich ihren Sitz hat.
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| Basel II: Erleichterungen für kleine und mittlere Unternehmen: Für
kleine und mittlere Unternehmen gibt es Erleichterungen. Kredite bis 1 Mio
werden wie Darlehen an Privatkunden behandelt
werden. Diese Kredite können von den Banken in einem Portfolio
zusammengefasst werden. Dieses Portfolio muss mit einer geringeren
Eigenkapitalsumme als bisher unterlegt werden. Ferner gibt es
Erleichterungen bei Kredite an Unternehmen mit einem Umsatz von
weniger als 50 Mio ., indem der Abschlag vom Risikozuschlag von der
tatsächlichen Größe des Unternehmens abhängt. Unternehmen, die weniger
als 500 Mio € Bilanzsumme oder Umsatz haben, müssen keinen Zinszuschlag für
langfristige Kredite mehr zahlen, wenn sie von der Aufsichtsbehörde
freigestellt werden. Und schließlich werden auch bankinterne Ratings
zugelassen, da die jeweiligen Risikobeurteilungen von Bank zu Bank in der Regel
unterschiedlich sind (hierzu näher).
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| Durchführung des Ratings: Die Höhe des Risikos bestimmt das
Rating, also die Einstufung des Unternehmens in eine bestimmte Risikoklasse. Soweit ein
externes Rating, also ein Rating durch ein Ratingunternehmen notwendig ist, sind hierfür
nicht unerhebliche Kosten aufzuwenden. Kosten von 25.000 bis 50.000.- oder mehr
können hier schnell entstehen. Allerdings gibt es auch hier für kleine und mittlere
Unternehmen Erleichterungen. Dort können die finanzierenden Banken das Rating selbst
durchführen.
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| Fitnesskur für kleine und mittlere Unternehmen:
Die Unternehmensführung von kleinen und
mittelständischen Unternehmen sollten dem Unternehmen eine Fitness-Kur
verschreiben, um eine günstige Bonität zu erreichen oder zu erhalten. Vor allem ist es
notwendig, sich Gedanken darüber zu machen, wo das Unternehmen steht und wo seine
Schwachpunkte und Risiken liegen. Aus einer solchen Analyse des Unternehmens heraus, kann
dieses gestärkt hervorgehen.
Verstärkung der Eigenkapitalquote:
Die Regelungen für die Kreditvergabe dürften auch in Zukunft eher noch schärfer
werden, also lockerer. Dabei gilt, je kleiner das Unternehmen, umso strenger sind die
Anforderungen der Banken an die Kreditvergabe. Deshalb sollte bei der Planung der
Unternehmensfinanzierung sehr vorsichtig mit dem Einsatz von Fremdkapital umgegangen
werden. Damit bleibt für kleine und mittelständische Unternehmen in Zukunft in der Regel
nur die Möglichkeit einer verstärkten Eigenkapitalfinanzierung. Eine Eigenkapitalquote
von 50 % oder mehr sollte angestrebt werden. Dies führt aber dazu, dass der
Eigenkapitalfinanzierer entsprechende Mitspracherechte im Unternehmen verlangt, wovor sich
die kleine und mittelständische Wirtschaft erheblich scheut.
10.04.2008 |
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