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Die Nachkriegszeit 1950 bis 1985 - Neuindustrialisierung, Beweglichkeit, Rationalisierung -
Die Jahre ab 1950 waren vom Ende des zweiten Weltkrieges geprägt. Dies bedeutete zweierlei:
Zum einen hatte der Krieg große Zerstörungen verursacht und in Deutschland wurde die Wirtschaft zusätzlich noch
durch die Demontage der Industrie grundlegend beeinträchtigt. Die Unternehmen mussten neu aufgebaut werden.
Durch die Zerstörung der Gebäude, Werkshallen und Maschineneinrichtungen konnten bei der Neuerrichtung der
Industrie gleich die neuesten Standards und Erkenntnisse der Fertigungstechnik angewandt werden. Man musste bei
der Investitionsentscheidung nicht auf alte Strukturen Rücksicht nehmen. Die Rationalisierungssprünge waren
damit überdurchschnittlich groß und förderten das Wachstum der Unternehmen.
Zum anderen waren die Menschen in einer Lage, dass es nur noch besser werden konnte. Staat und Wirtschaft waren
in Deutschland zusammengebrochen und in den anderen Ländern durch die kriegerischen Anstrengungen schwer
beeinträchtigt. Die Menschen wussten also, dass sie sich nur selbst helfen konnten und nicht - wie heute - nur
nach dem Staat zu rufen bräuchten. Dieses Verständnis der gesamten Bevölkerung setzte ungeheuerliche Kräfte an
Motivation, Fleiß und Anstrengung frei, die zu einem Gründerboom und zu einem stetigen Wachstum der Unternehmen
führte.
Die stetige wirtschaftliche Verbesserung der Volkswirtschaften und die erheblichen Rationalisierungen führten
zu einer permanenten Zunahme des Realeinkommens. Die Menschen mussten immer weniger Kraft und Arbeitseinsatz
für die Befriedigung der Grundbedürfnisse des Lebens aufzuwenden. Durch die Beseitigung dieser Zwänge konnten
immer größer werdende Bevölkerungsschichten ihren Kindern eine Ausbildung ermöglichen, so dass Schulen,
Universitäten und Forschungseinrichtungen in großer Anzahl neu entstanden. Das weltweite Humankapital schaffte
dadurch einen Quantensprung.
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In immer mehr Bereichen und in immer schnellerer Folge wurden neue Erfindungen gemacht und neue Produkte
oder Herstellungsverfahren entwickelt. Das Automobil wurde zu einem Gut für Jedermann. Die Automobilindustrie
wurde zu einem tragenden Wirtschaftsfaktor der Volkswirtschaften. Die rasch zunehmende Beweglichkeiten des
Volkes führte zudem zu einem nachhaltigen Straßen- und Brückenbau und zur Veränderung der Handelsstrukturen,
weil nunmehr in größeren Mengen und auch bei entfernteren Orten eingekauft werden konnte.
Die Lebenserwartung der Menschen wurde durch die fortschreitenden Erkenntnisse der Medizin erheblich größer.
Die Pharmaindustrien erlebten gewaltige Aufschwünge und neue Märkte für Senioren entstanden.
Auch der Verwaltungsbereich der Unternehmen wurde ständig rationalisiert. Versicherungen erlebten auf der
Grundlage des Verständnisses der Bevölkerung, daß sie für eine zusätzliche Absicherung im Alter selbst
verantwortlich sind, gewaltige Aufschwünge. Die Banken übernahmen für immer breiter werdende Schichten nicht
nur die Aufgabe des Vorhaltens eines Sparkontos als Sicherung gegen Verlust von Geld, sondern kümmerten sich
in zunehmender Weise um das Finanzmanagements jedes Einzelnen. Dadurch kam es zur Verarbeitung von immer
größeren werdenden Datenmengen und damit zu Rationalisierungen im Verwaltungsbereich. Die Lochkartenleser
wurden eingeführt und in den 60er Jahren hielten Computeranlagen in die Unternehmen Einzug.
Das Flugzeug entwickelte sich durch die Reduzierung der Preise zum weiteren Verkehrsmittel für die breite
Bevölkerung.
Vor diesem Hintergrund konnten sich wiederum - wie schon 100 oder 200 Jahre früher - neue und große
Unternehmen auf diesen Megaströmungen entwickeln. Eindrucksvoll ist der Megastrom der Datenverarbeitung,
der zur Gründung von Microsoft, Intel und SAP führte und es diesen Unternehmen ermöglichte, sich in nur
wenigen Jahren zu großartigen Unternehmen zu entwickeln.
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