Der Unternehmensplan

1. Einführung
1.1 Überblick
1.2 Umfang und inhaltliche Ausrichtung des Unternehmensplans
    1.2.1    Der Unternehmensplan als Führungsinstrument
    1.2.2    Verwendung des Unternehmensplans nach außen
    1.2.3    Unternehmenspräsentation
    1.2.4    Investitions– und Unternehmensplanung
1.3 Akquisition von Beteiligungskapital
1.4 Grundsätze für die Erstellung eines Unternehmensprospektes
    1.4.1    Vollständigkeit
    1.4.2    Richtigkeit
    1.4.3    Klarheit

2. Inhalt eines Unternehmensplans 
2.1 Vision und Strategie
    2.1.1    Vision des Unternehmens
    2.1.2    Unternehmensstrategie 
2.2 Standort
    2.2.1    Standortvorteile 
    2.2.2    Noch nicht ausgeschöpfte Standortvorteile
2.3 Branche
    2.3.1    Aussichten und Branchenwachstum
    2.3.2    Abhängigkeit zu anderen Branchen 
    2.3.3    Position innerhalb dieser Branche
    2.3.4    Potenzial zur Erhöhung der Marktanteile
    2.3.5    Wettbewerbsintensität und Margen
2.4 Produkte, Dienstleistungen, Positionierung
    2.4.1    Produkte und Dienstleistungen
    2.4.2    Elastizität
    2.4.3    Kernkompetenzen
2.5 Kundenstruktur 
    2.5.1    Zusammensetzung der Kunden
    2.5.2    Abhängigkeit von bestimmten Kunden
    2.5.3    Zahlungsmoral
2.6 Vermögens– und Ertragslage
    2.6.1    Eigenkapitalquote
    2.6.2    Gesamtkapitalrendite
    2.6.3    Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
    2.6.4    Vorsteuergewinn
    2.6.5    Umsatzrendite
    2.6.6    Stille Reserven
    2.5.7    Struktur des Anlagevermögens
    2.6.8    Investitionsplanung
2.7 Liquiditätsmanagement
    2.7.1    Gestaltung der Fremdfinanzierung
    2.7.2    Anteil der ausstehenden Forderungen
    2.7.3    Höhe der Verbindlichkeiten
    2.7.4    Cash-Flow
    2.7.5    Liquiditätsreserven
2.8 Wissensmanagement
    2.8.1    Datenerfassung und Auswertung
    2.8.2    Abstimmung der Detailpläne
    2.8.3    Technologien zur Datenerfassung und Auswertung
    2.8.4    Stilles Wissen
2.9 Unternehmensbeständigkeit
    2.9.1    Abhängigkeiten
    2.9.2    Unternehmensnachfolge
2.10 Humankapital
    2.10.1   Fluktuation
    2.10.2   Personalentwicklung
    2.10.3   Altersstruktur
    2.10.4   Qualitätsniveau
    2.10.5   Anreizsysteme
    2.10.6   Stärken und Schwächen wichtiger Mitarbeiter
2.11 Immaterielle Vermögensgegenstände
    2.11.1   Markenrechte, Geschmacksmuster
    2.11.2   Patentrechte, Gebrauchsmusterschutz
    2.11.3   Know-how, Betriebsgeheimnisse
2.12 Marketing, Öffentlichkeitsarbeit
    2.12.1   Marketingstrategien
    2.12.2   Marketingaufwendungen
    2.12.3   Öffentlichkeitsarbeit
2.13 Risk-Management
    2.13.1   Risikoinventur
    2.13.2   Risikowahrscheinlichkeit für kapitale Ereignisse
    2.13.3   Managementfähigkeiten für Krisensituationen
    2.13.4   Ertragsrisiken
    2.13.5   Auslastungsgrad
    2.13.6   Sicherung des betriebsnotwendigen Humankapitals
    2.13.7   Dokumentation des betriebsnotwendigen Know-hows
    2.13.8   Abhängigkeit von neuen Technologien
    2.13.9   Übernahme der Kernkompetenzen durch Wettbewerber 
    2.13.10  Existenz gefährdende Rechtsstreitigkeiten
2.14 Controlling
    2.14.1   Planungsrechnungs– und Liquiditätssteuerungsinstrumente
    2.14.2   Organisation des Berichtswesens
    2.14.3   Organisation der Erstellung der Jahresabschlüsse und BWAs
    2.14.4   Umfang der Controlling-Tätigkeiten
2.15 Historie
    2.15.1   Entwicklung innerhalb der letzten drei Jahre
    2.15.2   Langfristige Unternehmensentwicklung

3. Muster für Excel-Berechnung und Darstellungen
3.1 Aufbereitung der Vergangenheitszahlen
3.2 Prognostizierte Ertragskraft
3.3 Cash-Flow-Berechnung
3.4 Sicherheitenliste
3.5 Diagramme zur Visualisierung der Daten   
3.6 Aufzeigen von Abhängigkeiten in den Entwicklungen einzelner Parameter


Das eBook enthält folgende Mustervorlagen:

  • Mustervorlage für einen Unternehmensplan im Wordformat
  • Mustervorlage für die Aufbereitung der Vergangenheitszahlen im Excel-Format
  • Mustervorlage für die prognostizierte Ertragskraft des Unternehmens im Excel-Format
  • Mustervorlage für eine Cash-Flow-Berechnung im Excel-Format
  • Mustervorlage für die Berechnung der freien Sicherheiten als Grundlage für einen Kreditantrag im Excel-Format
  • Mustervorlagen für Diagramme zur Visualisierung der Daten im Excel-Format
  • Mustervorlage für das Aufzeigen von Abhängigkeiten in den Entwicklungen einzelner Parameter im Excel-Format

Mit Ihrer Bestellung erhalten Sie unverzüglich den Zugang zu unseren Seiten. Dort haben Sie Zugriff zum eBook und zu den Mustervorlagen. Da wir gegen Rechnung liefern behalten wir uns lediglich eine kurze Prüfungsfrist vor.

Unternehmensplanung

Der Unternehmensplan

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Der Unternehmensplan

Leseprobe

1.     Einführung

1.1     Überblick

Die Erstellung eines Unternehmensplans ist ein wichtiges Mittel für die Unternehmensführung. Der Unternehmensplan ist die schriftliche und systematische Darstellung der Unternehmensplanung. Er ist aufzustellen und permanent zu aktualisieren.

1.1.1   Anlässe für einen Unternehmensplan

Ein Unternehmensplan findet Verwendung für zahlreiche Anlässe, so z.B.

  • für die strategische Unternehmensplanung des Managements, insbesondere um eine Investition transparent zu machen und um sie in ihren Einzelheiten durchspielen und auf Plausibilität überprüfen zu können,
  • für das Controllingum stets feststellen zu können, inwieweit sich das Unternehmen noch auf Kurs befindet, bzw. wo welche Abweichungen vom Ziel bestehen und wie die Abweichungen korrigiert werden können,
  • für das Marketing, weil der Unternehmensplan eine genaue Analyse verlangt, welche Wünsche und Erwartungen welcher Kunden für welchen Erfolg des Unternehmens ursächlich sind, wie diese Kunden mit dem Angebot des Unternehmens optimal erreicht werden können und wie diese Wünsche und Erwartungen dieser Kunden befriedigt werden können,
  • für die Mitarbeiter und Partner des Unternehmens, um mit diesen eine Zielvereinbarung treffen und sie auf das zu erreichende Ziel motivieren zu können,
  • für Investoren, um ihnen das Unternehmen und dessen Chancen und Risiken aufzeigen zu können,
  • für die finanzierenden Banken, um Kreditanträge zu begründen und plausibel machen zu können,
  • für die Gesellschafter des Unternehmens, um diese über Stand, Entwicklung, Ziele und Unternehmenspolitik besser informieren zu können und schließlich
  • als Vorlage für weitere AktivitätenUnterlagen und Präsentationen, die sich aus dem Unternehmensplan erschließen, wie z.B. der Internetauftritt des Unternehmens, Werbemaßnahmen oder die Erstellung eines Emissionsprospekts zur Akquisition von Private Capital.

1.1.2   Unternehmensplan und Unternehmensanalyse

Der Unternehmensplan stellt gleichzeitig eine Unternehmensanalyse dar und ist damit auch als Checkliste für die Frage „Wie fit ist das Unternehmen?“ zu verstehen. Jedes Unternehmen, ob groß, mittel oder klein, sollte in regelmäßigen Abständen, mindestens einmal im Jahr, eine Analyse durchführen, ob und inwieweit Ziele, Ausrichtung, Struktur, Organisation und Leistungsfähigkeit noch optimiert sind. So wie jeder Mensch in periodischen Abständen sich selbst medizinisch einem Generalcheck unterziehen sollte, ist ein solcher Generalcheck auch für das Unternehmen durchzuführen. Auf dieser Grundlage wird dann auch das Rating des Unternehmens durchgeführt.

1.1.3   Begriffe für einen Unternehmensplan

1.1.3.1            Businessplan

Vielfach wird der Unternehmensplan auch als Businessplan bezeichnet. Im Allgemeinen werden den Begriffen Unternehmensplan und Businessplan aber unterschiedliche Bedeutungen beigemessen. Während der Begriff Businessplan mehr als Plan für Existenzgründer verstanden wird, mit dem sie ihr Vorhaben beschreiben, wird der Begriff Unternehmensplan eher als Plan bestehender Unternehmen für ihre Unternehmensplanung verstanden und ist damit wesentlich detaillierter als ein Businessplan.

1.1.3.2            Investitionsplan

Wird der Plan zur Durchführung eines Investition innerhalb eines bestehenden Unternehmens verwendet, beispielsweise zum Zwecke der Errichtung eines neuen Werks, so wird hierfür in der Regel der Begriff des Investitionsplans verwendet. Ein Investitionsplan stellt einen Teilplan im Rahmen des Unternehmensplans dar.

1.1.3.3            Sanierungsplan, Restrukturierungsplan

Wird der Plan anlässlich einer Unternehmenssanierung oder einer Restrukturierung aufgestellt, so wird er meist als Sanierungsplan oder Restrukturierungsplan bezeichnet. Er stellt das Unternehmen dar, wie es nach der Durchführung der Sanierung oder Restrukturierung Bestand haben soll.

1.1.3.4            Insolvenzplan

Ein Insolvenzplan wird im Rahmen der Insolvenz eines Unternehmens aufgestellt, wenn das Unternehmen in der Insolvenz fortgeführt werden soll. Ziel des Plans ist es aufzuzeigen, dass die Fortführung des Unternehmens für die Gläubiger sinnvoller als seine Zerschlagung ist. Im Rahmen des Insolvenzplans wird dann dargestellt, in welcher Art und Höhe die Gläubiger auf Forderungen zu verzichten haben.

1.1.4   Grundsätze für die Aufstellung eines Unternehmensplans

Der Unternehmensplan muss einen übersichtlichen Aufbau haben, er muss verständlich formuliert sein und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Er besteht

  • aus einer Zusammenfassung, mit der das Wesentliche dem Leser präsentiert wird, und die am Anfang des Unternehmensplans stehen sollte,
  • aus der Beschreibung zu den einzelnen Parametern des Iststands des Unternehmens und zu den Parametern des beabsichtigten Unternehmenserfolgs und
  • aus den finanzwirtschaftlichen kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Planrechnungen.

Die Zusammenfassung zu Beginn des Unternehmensplans hat eine hohe Bedeutung. Denn die Personen, denen der Unternehmensplan vorgelegt wird, können sich dadurch in einem Schnelldurchgang über die wesentlichen Inhalte des Unternehmensplans informieren. Damit wird sichergestellt, dass sie einen Überblick über alle wesentlichen Inhalte erhalten und hierdurch wird das Risiko von Missverständnissen vermieden.

Die schriftliche Erstellung eines Unternehmensplans zwingt das Unternehmen, seine Strategien und Ziele systematisch zu durchdenken und überzeugend darzustellen. Schwachpunkte im Einzelnen werden meist erst bei der konkreten Ausarbeitung und Erörterung der Inhalte des Unternehmensplans mit den unternehmensinternen und unternehmensexternen Personen erkannt. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Stellungnahmen der unternehmensexternen Personen, weil diese das Unternehmen und seine Pläne aus einer anderen Perspektive sehen und damit die Gefahr einer „Betriebsblindheit“ reduziert werden kann, wenn der Plan nur von unternehmensinternen Personen bewertet und überprüft wird.

1.1.5   Zeitlicher Aufwand

Der zeitliche Aufwand für die erstmalige Erstellung eines Unternehmensplans, etwa durch einen Existenzgründer, sollte nicht unterschätzt werden. Je nach Umfang des Unternehmens sind hierfür viele Wochen und Monate anzusetzen.

Bei bestehenden Unternehmen ist die Überarbeitung in die Struktur der Unternehmensplanung und Unternehmensorganisation eingebunden und damit ein permanenter Prozess. Das heißt, dass bei jedem Anlass einer unternehmerischen Entscheidung oder einer neuen Erkenntnis zur wirtschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Verfassung des Unternehmens die entsprechenden Passagen im Unternehmensplan angepasst werden. Vielfach ist die Fortschreibung des Unternehmensplans Aufgabe der Abteilung Controlling.

TIPP:

Sehen Sie die Erstellung eines Unternehmensplans als permanente Aufgabe der Unternehmensführung an. Er sollte in regelmäßigen Abständen, z.B. vierteljährlich überarbeitet, geändert und ergänzt werden.

Nehmen Sie sich für die Erstellung, Änderung und Ergänzung des Unternehmensplans eine vom täglichen Geschäft freie Auszeit, damit Sie in Ruhe und Ungestörtheit fern jeglicher Hektik tief in die Strukturen des geplanten Unternehmensverlaufs einsteigen und die Visionen gedanklich durchspielen können. Schalten Sie Ihr Mobiltelefon aus!

Die Aufstellung eines Unternehmensplan sollte unabhängig von einem konkreten Anlass erfolgen. Auch langjährig bestehende Unternehmen sollten über einen Unternehmensplan verfügen und diesen in regelmäßigen Abständen überarbeiten und aktualisieren. Denn die einzelnen Parameter, auf die die Planung abgestellt hat, verändern sich. Beispielsweise

  • verändert sich der Markt durch technologische Neuerungen oder
  • durch das Auftreten starker Konkurrenten, oder
  • das Unternehmen ist gewachsen und muss seine Struktur der Unternehmensorganisation der neuen Situation anpassen, oder
  • ein permanenter Ertragseinbruch erfordert die Restrukturierung des Unternehmens, oder
  • die Vereinbarung einer strategischen Partnerschaft schafft neue Synergien, die genutzt werden sollen.

1.2     Umfang und inhaltliche Ausrichtung des Unternehmensplans

Die Ausgestaltung eines Unternehmensplans kann sehr unterschiedlich sein, je nach dem, zu welchem Zweck der Plan aufgestellt wird.

1.2.1   Der Unternehmensplan als Führungsinstrument

Der Unternehmensplan ist als Instrument der Unternehmensführung zu verstehen und für diesen Zweck aufzustellen. Das bedeutet, dass alle Parameter der Unternehmensführung und alle Aspekte, die für den Unternehmenserfolg bestimmend sein können, im Unternehmensplan enthalten sein müssen. Bei der Erstellung des Unternehmensplans und seiner Aktualisierung ist nicht danach zu fragen, wem er vorgelegt werden soll und welche Informationen der Empfänger erhalten darf. Der Unternehmensplan ist damit zunächst allein für interne Zwecke zu erstellen. Bei der Erstellung sollte davon ausgegangen werden, dass er niemanden vorgelegt wird und im Unternehmen letztlich als geheime Studie unter Verschluss bleibt. Durch diese Betrachtung macht sich der Ersteller von allen mentalen Restriktionen frei, so dass alle Aspekte in den Unternehmensplan aufgenommen werden können, also auch solche, die die Probleme und insbesondere die Versäumnisse der Unternehmensleitung dokumentieren.

1.2.2   Verwendung des Unternehmensplans nach außen

Erst in einem Folgeschritt wird dann die Frage gestellt, wem der Unternehmensplan zu welchem Zweck überreicht werden soll. Dabei wird der Unternehmensplan ganz oder teilweise verkürzt. Ferner werden Betriebsgeheimnisse aus ihm entfernt. Möglich ist es auch, dem Leser lediglich den beschreibenden Teil zu bestimmten Themen, wie z.B. zu Produkt und Markt oder zur vorgesehenen Investition zur Verfügung zu stellen oder ihm weitere Teile nur gegen Übergabe einer Vertraulichkeitserklärung zu überreichen. Oder zu bestimmten Punkten wird lediglich eine Zusammenfassung erstellt.

1.2.3   Unternehmenspräsentation

Soll der Unternehmensplan einer Unternehmenspräsentation dienen, mit der das Unternehmen wichtigen Mitarbeitern und Geschäftspartnern vorgestellt wird, genügt eine Zusammenfassung, die sich auf die wichtigsten Merkmale des Unternehmens konzentriert. Art und Umfang der Zusammenfassung orientiert sich danach, welche Fragen der Leser hat, was er erwartet und wie viel dargestellt werden muss, um ihm diesen Überblick zu geben, ohne Geschäftsgeheimnisse zu offenbaren und ohne ihn mit Details „zu erschlagen“.

1.2.4   Investitionsplanung

Der Unternehmensplan beinhaltet auch eine Planung für Investitionen, wie etwa

  • die Neugründung eines Unternehmens,
  • eine wesentliche Investition, z.B. der Bau eines neuen Werkes, das das technisch überholte Werk ersetzt,
  • die Sanierung eines Unternehmens,
  • die Erweiterung eines Unternehmens, z.B. durch Eröffnung einer Zweigstelle
  • die Errichtung zusätzlicher Produktionsanlagen,
  • der wesentliche Erwerb von Produktionsmitteln und Waren, z.B. zur Begründung einer eigenen Lagerhaltung oder
  • die Markteinführung eines neuen Produkts.

Die Planung für jede zu finanzierende Investition ist im Unternehmensplans zu dokumentieren, denn aus der Abfassung erkennt man, ob sich die geplante Investition und ihre Einzelteile logisch verknüpfen lassen und ob sie sich in das bereits bestehende Unternehmen einfügt. Ferner ist die Planung demjenigen vorzulegen, der die Investition finanzieren soll, z.B. der Bank, den Gesellschaftern des Unternehmens oder einer VC-Gesellschaft. Für diesen muss die Planung transparent werden, so dass sie die Möglichkeit haben, die Planung auf Plausibilität prüfen und einer kritischen Würdigung unterziehen zu können.

Bei wesentlichen Vorhaben wird zudem die Einholung einer Plausibilitätswürdigung durch Dritte, insbesondere durch Sachverständige oder Wirtschaftsprüfer notwendig sein.

  • So sind z.B. öffentliche Kreditgeber und Banken bei einer Unterstützung einer Unternehmenssanierung zur Vermeidung einer eventuellen Haftung wegen Beihilfe zur Insolvenzverschleppung aus Rechtsgründen verpflichtet, die Förderung des Unternehmens zum Zwecke der Vermeidung eines Insolvenzverfahrens von der Vorlage eines Sachverständigengutachtens zum Sanierungsplan abhängig zu machen, das die Sanierungsbedürftigkeit und die Sanierungsfähigkeit des Unternehmens und die Plausibilität der Angaben im Unternehmensplan testiert.
  • Oder bei einer über den Kapitalmarkt finanzierten Investition und der Veröffentlichung eines Verkaufsprospektes ist die Plausibilität der Investition durch Gutachten eines Wirtschaftsprüfers nachzuweisen, andernfalls die Platzierung kaum erfolgreich sein wird.

Stets sollte man sich einer konstruktiven Kritik am Unternehmensplan öffnen und die Gegenargumente ernsthaft prüfen. Viele Investitionen, die bereits nach wenigen Jahren scheitern, tragen nämlich ihre Schwachpunkte von Anfang an in sich.

TIPPS, soweit die Aufstellung des Unternehmensplans nicht im Team erfolgt:

Stellen Sie den Kern des Unternehmensplans Ihren führenden Mitarbeitern, Freunden, Familienmitgliedern und Fachleuten vor und achten Sie genau darauf, was diese antworten!

Erwarten Sie nicht, dass diese Ihnen gut zureden, sondern nehmen Sie Kritik an! Ermutigen Sie Ihre Gesprächspartner, Ihnen Kritik gegenüber zu äußern, damit diese nicht aus Höflichkeit oder aus der Angst heraus, Sie möglicherweise zu verletzen, die wahre Meinung zurückhalten!

Wenn Sie von der Kritik Ihrer Gesprächspartner nicht überzeugt sind, versuchen Sie, Ihre Gesprächspartner zu überzeugen. Wenn Ihnen dies nicht gelingt, sollten Sie Ihren eigenen Standpunkt kritisch überdenken. Sollte Ihnen die Überzeugung gelingen, sollten Sie die Darstellung ändern, weil sie offensichtlich nicht verständlich genug ist und zu Missverständnissen führt.

Wenn es Ihnen schwer gefallen ist, Kritik anzunehmen, arbeiten Sie daran, dass es Ihnen in Zukunft besser gelingt, weil Sie andernfalls ein großes Reservoir an externem Wissen verschenken, auf das Sie auch später stets angewiesen sein werden!

1.2.5   Strategische Unternehmensplanung