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Rechtsprechung für
kleine und mittlere Unternehmen
zum Wirtschafts-, Arbeits-, Steuer- und Unternehmensrecht
hier: OHG-Recht
Rechtsprechung, die jeder Unternehmensführer kennen sollte !
Verjährung des Freistellungsanspruchs des Treuhänders einer OHG-Beteiligung gegen den Treugeber
Für den Beginn der regelmäßigen Verjährungsfrist (§ 199 Abs. 1 Nr. 1 BGB) des Befreiungsanspruchs eines
Treuhänders (Geschäftsbesorgers) nach § 257 BGB ist nicht auf den Schluss des Jahres abzustellen, in dem
der Freistellungsanspruch fällig geworden ist, sondern auf den Schluss des Jahres, in dem die Drittforderungen
fällig werden, von denen zu befreien ist.
BGH, Urteil vom 05.05.2010 - III ZR 209/09, DB 2010, 1397 |
Befristete Nachhaftung eines ausgeschiedenen OHG-Gesellschafters
Wird das Ausscheiden eines Gesellschafters einer OHG nicht in das
Handelsregister eingetragen, beginnt - wie im BGB-Gesellschaftsrecht - der
Lauf der fünfjährigen Enthaftungsfrist mit der positiven Kenntnis des
Gesellschaftsgläubigers vom Ausscheiden des Gesellschafters; die Eintragung
des Ausscheidens im Handelsregister ist für den Fristbeginn nicht
konstitutiv.
BGH, Urteil vom 24.09.2007 - II ZR 284/05, DB 2007, 2586 |
Treuepflicht und
Nachfolgeregelung im Gesellschaftsvertrag
Der Gesellschafter einer OHG kann aufgrund seiner gesellschaftlichen
Treuepflicht gehalten sein, der von einem Mitgesellschafter aus Alters- oder
Krankheitsgründen gewünschten Vorwegnahme einer im Gesellschaftsvertrag für
den Fall seines Todes getroffenen Nachfolgeregelung zuzustimmen, wenn die
Vorsorge für die Zukunft des Gesellschaftsunternehmens dies erfordert (Vgl.
BGH vom 20.10.1986 - II ZR 86/85, WM 1987 S. 133).
BGH, Urteil vom 08.11.2004 - III ZR 350/02, DB 2005, 46 |
Jahrelang geübte Praxis bei Entnahmeregelungen
Unterliegt die Entscheidung über die jährliche Entnahmepraxis - über bestimmte festgelegte Positionen (hier: Geschäftsführergehalt,
Zinsen, persönliche Steuern) hinaus - nach dem Gesellschaftsvertrag der Beschlussfassung durch die Gesellschafter,
liegt in einer für den Einzelfall verabredeten und danach über Jahre geübten Praxis, dass sämtliche freien Beträge entnommen werden,
keine Änderung des Gesellschaftsvertrags, sondern nur eine bis auf Widerruf geltende stillschweigende Beschlussfassung der Gesellschafter entsprechend der
vertraglichen Kompetenzzuweisung.
BGH, Urteil vom 18.04.2005, II ZR 55/03, DB 2005, 1514 |
Wirksamwerden
einer OHG vor Eintragung im Handelsregister
Eine offene Handelsgesellschaft wird gemäß § 123 Abs.2 HGB bereits vor der
Eintragung in das Handelregister dann wirksam, wenn die Gesellschafter einem Dritten
gegenüber eine den vereinbarten Geschäftsbetrieb vorbereitende Handlung vornehmen,
sofern der Geschäftszweck auf den Betrieb eines Handelsgewerbes gerichtet ist und
ausreichende Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass das Unternehmen eine entsprechende
Ausgestaltung und Einrichtung in Kürze erfahren wird.
BGH, Urteil vom 26.04.2004, II ZR 120/02, DB 2004, 1359 |
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