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Rechtsprechung für kleine und mittlere Unternehmen
zum Wirtschafts-, Arbeits-, Steuer- und Unternehmensrecht
hier: GmbH-Recht / Liquidation
Rechtsprechung, die jeder Unternehmensführer kennen sollte !
Vorabauschüttung eines erwarteten Liquidationserlöses
a) Eine gegen das in § 73 Abs. 1, 2 GmbHG normierte zwingende Kapitalerhaltungsgebot in der Liquidation verstoßende Verteilung von
Gesellschaftsvermögen hat eine Rückerstattungsanspruch der GmbH gegen die Gesellschafter analog § 31 GmbHG zur Folge, der nicht die
Entstehung einer Unterbilanz als Folge der Auszahlung voraussetzt.
b) Vorabausschüttungen auf einen erwarteten Liquidationserlös stehen unter dem stillschweigenden Vorbehalt, dass auf die Empfänger nach der
abschließenden Liquidationsbilanz ein entsprechender Erlös entfällt. Soweit ein Liquidationserlös nicht vorhanden ist, besteht aufgrund
stillschweigender Abrede ein vertraglicher Rückgewähranspruch der GmbH auf Rückzahlung der Vorabausschüttung.
BGH, Beschluss vom 2.3.2009, II ZR 264/07, DB 2009, 1117
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Gesamtvertretungsbefugnis mehrere Liquidatoren
a) § 68 Abs. 1 Satz 2 GmbHG regelt die Aktivvertretungsbefugnis bei
Vorhandensein mehrerer Liquidatoren schlechthin, unabhängig davon, ob die
letzten Geschäftsführer sog. geborene Liquidatoren sind oder ob die
Liquidatoren durch die Gesellschaft oder das Registergericht bestellt
wurden.
b) Eine für die Geschäftsführer einer GmbH bestimmte
Alleinvertretungsbefugnis setzt sich nicht als Alleinvertretungsberechtigung
fort, sondern endet mit der Auflösung der Gesellschaft. Dies gilt auch dann,
wenn die Geschäftsführer als geborene Liquidatoren weiterhin für die
Gesellschaft tätig sind.
BGH, Beschluss vom 27.10.2008, II ZB 255/07, DB 2009, 59
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Anmeldung der Vertretungsbefugnis zur Eintragung ins Handelsregister
Im Zusammenhang mit der Auflösung der GmbH ist gemäß § 67 Abs. 1 GmbHG die "abstrakte", d.h. die generell für ein mehrköpfiges Organ geltende,
Vertretungsregelung auch dann zur Eintragung in das Handelsregister anzumelden, wenn nur ein (erster) Liquidator bestellt ist.
BGH, Beschluss vom 07.05.2007, II ZB 21/06, DB 2007, 1580
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Klage gegen Gesellschafter während Nachtragsliquidation
Ein Gesellschafter einer zweigliedrigen, wegen Vermögenslosigkeit im
Handelsregister gelöschten GmbH i.L. kann den Mitgesellschafter, der die
Gesellschaft geschädigt haben soll, auch nach Bestellung eines
Nachtragsliquidators mit einer Gesellschafterklage auf Auskunft und
Schadenersatzleistung an die Gesellschaft in Anspruch nehmen.
BGH, Urteil vom 29.11.2004, II ZR 14/03, DB 2005, 331 |
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