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Reisetagebuch

Palermo, der Monte Pellegrino und die heilige Rosalia

Palermo, für mich bist du mehr als eine Stadt, du bist eine Persönlichkeit, mit einer ganz großen Geschichte.

Unser heutiges Ziel ist dein Hausberg, der Monte Pellegrino, hinaus aus dem Chaos und Dich von oben betrachten. Unser Wanderführer verrät uns den Einstieg zu einem Pilgerweg.

Jede Stadt in Sizilien hat eine heilige Beschützerin, in Catania ist es die "Santa Agata", in Syracus die "Santa Lucia" und deine ist die "Santa Rosalia", ihre Gebeine liegen in einer Grotte unterhalb des 600 Meter hohen Gipfels des Pellegrinos.

Monte Pellegrino

Nachdem wir schon wissen wie weit sich die Stadt zieht, wollen wir einen öffentlichen Bus zum Ausgangspunkt nehmen. So lerne ich eine weitere Spezies der Palermer kennen, die Busfahrer.

Man braucht schon einen aktuellen deutschen Reiseführer, um irgendwie herauszufinden, wo und wie welche Busse fahren, außerdem fragen kostet nichts. Ein Busticket zu besorgen ist eine eigene Geschichte, doch sitzen wir einmal im Bus, gehören wir zu den Busschäfchen die vom Bushirten durch das Fahrgewirr ans gewünschte Ziel gelenkt werden. Meistens sind die Busfahrer auch nicht alleine, irgendein Freund, Verwandter, oder Kollege fährt immer zur Unterhaltung mit.

Monte Pellegrino

Uns hat er gleich hochgefahren, kein Italiener kann verstehen, weshalb man sich freiwillig zu Fuß hinaufplagt, wo auch eine Straße hinführt. Hier oben treffen wir auf ein Pärchen, zwei Kreuzfahrer, nein Kreuzschifffahrer, sie würden sich gerne unserer Wanderung rund um den Pelligrino anschließen, haben aber keine Zeit, "die Aida" wird am späten Nachmittag den Hafen wieder verlassen, auch ohne sie.


Nachdem wir die marmorne Statue in der Grotte hinter dem Kirchenportal umrundet haben, verlassen wir den touristischen Rummelplatz und suchen das wahre Heiligtum, die Natur.

Monte Pellegrino

Durch lichte Pinienwälder, verkarstete Hochflächen mit wilden Artischocken, Disteln und zauberhaften Blumen die am Wege blühen. Der wilde Fenchel, dessen Blätter, wie Kräuter auf der Pizza schmecken, sind mit mir auf gleicher Höhe, hallo "Kollega".


An einem Aussichtplatz sehen wir hinunter auf die Bucht von Modello, ein beliebter Ausflugsort der Palermer. In meinem Führer steht, wer an den Sommerabenden in Modello, zwischen den vollen Straßencafes und Discos flaniert, weiß warum Du an jenen Abenden so menschenleer bist.


Monte Pellegrino

Nachdem wir die Annehmlichkeit hatten den Berg hinaufgefahren zu werden, gehen wir ihn auf den uralten Pilgerwegen wieder hinunter.


Monte Pellegrino

Immer wieder kommen uns Mountainbikefahrer von unten entgegen, es ist wohl ihre Trainingsstrecke, alle Achtung, die Wege sind holprig und steil.

Monte Pellegrino

Manchmal verschwinden die Pinienwälder und geben den Blick frei auf deine Hochauslandschaften. Sie kommen uns immer näher. Deine Altstadt verschwindet hinter ihnen, schade. Staunend sehen wir zu wie die "Aida" deinen Hafen verlässt, ihr nächstes Ziel ist Neapel, von dort haben unsere neugewonnenen Bekannten einen halben Tag Zeit, Neapel und Capri zu absolvieren, damit sie am kommenden Abend ihr übernächstes Ziel, Rom ansteuern können. Bis jetzt habe ich mir keine Zeit genommen einmal nachzusehen, was so eine langweilige, Kreuzfahrttour kostet.

28.02.2016, Günter Seefelder