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Sonntag, 01.08.2010
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Krisenmanagement für Unternehmen

Kommt das Unternehmen in eine Krise, so ist eine wichtige Maßnahme für das Gelingen einer Unternehmenssanierung die Organisation des Krisenmanagements. Die Art und Weise der Organisation des Krisenmanagements hängt dabei ganz wesentlich davon ab, in welchem Stadium der Krise die Geschäftsführung des Unternehmens erkannt hat, dass das Unternehmen überhaupt sanierungsbedürftig ist.


Organisation bei vorausschauenden Unternehmenssanierungen

Bei vorausschauend handelnden Unternehmensleitern wird die Sanierungsbedürftigkeit frühzeitig erkannt werden. Die Erkenntnis der Sanierungsbedürftigkeit wird sich bei vorausschauenden Unternehmenssanierungen auf einen ganz kleinen Kreis, z.B. auf das Management und diejenigen beschränken, die die Finanzzahlen des Unternehmens und ihren Trend kennen. Insbesondere wird die Sanierungsbedürftigkeit auch den Mitarbeitern des Unternehmens nicht bekannt sein. In diesem Stadium verfügt das Unternehmen noch über so viel Liquidität, dass alle Gläubiger bezahlt werden. Vollstreckungen drohen noch nicht. Ein Vertrauensverlust bei Gläubigern und Geschäftspartnern ist noch nicht eingetreten.

 In einem solchen Falle kann das Krisenmanagement durch Bildung eines Krisenstabs aus eigenen Mitarbeitern unter Hinzunahme externer Berater organisiert werden. Die Sanierungsverhandlungen werden in diesem Falle lediglich mit den wichtigsten Geschäftspartnern, insbesondere der Hausbank, geführt. Diese werden in der Regel kooperativ und verständig genug sein, die Verschärfung der Krise erst gar nicht entstehen zu lassen. Sie werden gemeinsam ein Konzept erarbeiten und durchführen, wie auf den drohenden Verbrauch der Restliquidität reagiert wird. Weder Mitarbeiter noch Kunden oder Lieferanten erfahren, dass das Unternehmen in den Beginn einer Unternehmenskrise eingetreten ist. Ein Imageschaden für das Unternehmen und sein Fortkommen wird vermieden.

Organisation, wenn die Krise schon ernst ist

In diesem Falle wurden vom Management alle Frühwarnungen für den Beginn der Krise missachtet.  

Ist der Geschäftsführer auch alleiniger oder mehrheitlicher Gesellschafter oder ist der Schuldner eine natürliche Person, z.B. ein Einzelunternehmer, wird die Initiative für eine Sanierung und ihre Durchführung maßgeblich von außen kommen müssen. Die Durchführung erfolgt insbesondere von einem Sanierer, der als Manager auf Zeit in das Unternehmen geht und zusammen mit dem Gesellschaftergeschäftsführer oder Unternehmer die Sanierung betreibt.

Einbindung von Krisenmanagern

Bei der Erarbeitung und Durchführung des Sanierungskonzepts sollten externe Personen, wie z.B. Unternehmensberater, Steuerberater oder Rechtsanwälte, maßgeblich mitwirken. Durch die externen Berater werden insbesondere auch unternehmensübergreifende Sichtweisen, Erfahrungen und Lösungsmöglichkeiten in das Sanierungskonzept integriert. Vor allem sollte ein eigener Sanierungsmanager eingesetzt werden.

Vielfach bietet es sich daher an, einen Sanierungsmanager einzusetzen, der von der Hausbank unabhängig ist. Ein eventueller Nachteil bei der Kommunikation mit der Hausbank wird meist durch den Vorteil des Erreichens eines besseren Sanierungskonzeptes wettgemacht.

Sanierungsbeirat

Ferner sollte für die Phase der Sanierung ein Sanierungsbeirat begründet werden. Die Funktion des Beirats ist nicht nur die Überwachung der Sanierung, sondern im wesentlichen auch die Mitwirkung bei der Beratung. Die wesentlichen Entscheidungen sollten der Zustimmung des Beirats vorbehalten sein. Damit können Entscheidungen und vor allem auch Forderungen gegenüber Gläubigern zur Leistung von Sanierungsbeiträgen wesentlich besser vermittelt werden, als wenn dies die Entscheidung des Unternehmers selbst oder seines Sanierungsmanagers wäre.

Mediation, mediative Verhandlungsführung Bei den wichtigsten Sanierungsverhandlungen sollte auch ein souveräner und geschickter Mediator eingesetzt werden, der in der Verhandlungsführung und der Kommunikation ausgebildet ist. Ferner sollte der Mediator nicht als Sprachrohr des Schuldners agieren, sondern seine eigenständige Meinung bilden und diese kundgeben. Seine Aufgabe ist, bei den wichtigsten Sanierungsverhandlungen, z.B. bei denen mit der Hausbank oder einem Großlieferanten, Brücken zu schlagen und Emotionen zu neutralisieren.  ....mehr