Die Notwendigkeit zu Change Management
ergibt sich aus der Gegenwartssituation. Wird die Gegenwartssituation als
gut bis befriedigend empfunden, besteht kein Druck sich neue Ziele
auszudenken und beharrlich anzugehen. Je schlechter die
Gegenwartssituation, desto größer ist der Handlungsbedarf.
Überall ist zu hören, dass nur Mut erforderlich sei um erfolgreich zu
sein. Unsere Erfahrungen sind andere.
Im Chinesischen gibt es für Chance und Risiko nur einen einzigen Begriff.
Dort sieht man sowohl die Möglichkeit aus einem Risiko eine Chance zu
machen, aber ebenso die Gefahr, die in einem unkalkulierten Aufgreifen
einer Chance liegt. In Europa hingegen, geht es meistens so zu: Entweder
wir scheuen das kleinste Risiko oder wir preschen mit allen Mitteln voran,
oft ohne Rückversicherung und mit rücksichtslosen Mitteln.
Wir sehen dagegen einen gangbaren Mittelweg darin, die Nettochance aus der
Bruttochance zu isolieren, d. h. den Risikoanteil von der Bruttochance
abzuziehen. Nach folgender Abbildung haben wir ein Programm geschaffen,
das bereits in den 80-iger Jahren in einem Buch vorgestellt wurde und
deshalb als Vorläufer von Balanced Scorecard angesehen wird.
1. Ermittlung der Gegenwartssituation
In vielen Unternehmen fehlt es an einem objektiven Wertmaßstab zur
Feststellung der Gegenwartssituation. Hier haben wir Abhilfe geschaffen,
indem wir die Merkmale, die den Gesamterfolg ausmachen, zu "steuernden
Werten" ausgebildet haben und nicht ungewichtet im Fadenkreuz stehen
lassen. Zwanzig bis dreißig Einzelmerkmale bilden jeweils einen der
nachstehenden Erfolgsfaktoren, wobei wir auf eine zusätzliche Gewichtung
untereinander Wert legen.
Erfolgsfaktoren
Beurteilung
Wert
AP
Absatzkraft der Produkte und Dienstleistungen
subjektiv
+ objektiv
3.1
KK
Kunden und Kontakte (nach Märkten und
Regionen)
objektiv
+ subjektiv
1.8
UO
Unternehmen und Organisation
subjektiv + objektiv
0.8
FP
Fähigkeiten des Personals
subjektiv + objektiv
1.8
MP
Motivation des Personals
subjektiv
-0.5
K
Kosten und Kapital
objektiv
+ subjektiv
0.5
UEG
Zielwert (Unternehmens-Erfolgs-Grad)
Mittelwert
1,2
Der Zielwert „UEG-Index“
für das Unternehmen oder einen Unternehmensteil, ändert sich also bei
kleinsten Veränderungen bei den jeweiligen Einzelmerkmalen, die den
Erfolgsfaktor bilden. Ein UEG-Zielwert von 2.0, ist bei einer Bandbreite
von +5 bis -5 schon als recht beachtliche IST-Situation einzustufen. Zuvor
müssen jedoch die Erhebungen vorgenommen werden, die zu den obigen Werten
führen:
Ausschnitt aus der Bewertungsmaske des Erfolgsfaktors „MP“, Beispiel aus
der Baubranche
Das UEG-Programm ist so ausgelegt,
dass jede Veränderung in der Bewertung, automatisch auch den Zielwert "UEG-Index"
verändert, im Positiven wie im Negativen. Das ermöglicht dem Chef, sich
ausschließlich auf diesen einen Zielwert konzentrieren zu können und
diesen als Steuerungskennziffer zu betrachten, während die Ressortchefs
und Abteilungsleiter an der Verbesserung desjenigen Erfolgsfaktors
arbeiten, für den sie verantwortlich sind, also
AP oder KK oder UO oder FP oder MP oder K
Nachdem auf diese Weise der Handlungsbedarf ermittelt ist, wenden wir uns
nun der Zielfindung zu.