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Freitag, 18.05.2012

Wirtschaftsverlag für Unternehmensführung
Aus der Praxis - für die Praxis

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Mustersammlungen für Verträge zum Unternehmensrecht,
Broschüren und Mustervorlagen zur Unternehmensführung



Interpretation von Sprüchen für die Unternehmensführung

Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.
Philip Rosenthal





Das Ende der funktionellen Hierarchie

Die funktionelle Hierarchie als heute noch vorherrschender Organisationsform in Unternehmen und Behörden verschwindet als Produkt des Industriezeitalters immer mehr. Funktionelle Hierarchie stand jahrzehntelang für Anweisung, Gehorsam und Kontrolle. Der Arbeitgeber "gibt" Arbeit und der Arbeitnehmer "nimmt" sie. Arbeitgeber und Empfänger standen damit stets in der Form von Geben und Nehmen gegenüber. Hieraus resultiert die bisherige Arbeitsform von Anweisung und Kontrolle, denn "wer gibt, schafft an".

Diese Arbeitsform stößt aufgrund der fundamentalen Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Technik immer mehr an die äußeren Grenzen. Ein funktionell hierarchisch gegliedertes Unternehmen ist nicht mehr konkurrenzfähig und geht unter, wenn es sich nicht grundsätzlich verändert. Die ernsten Krisen und Insolvenzraten der vergangenen Jahre im Hinblick auf große und historische Unternehmen, z.B. Metallgesellschaft und Phillip Holzmann, sind Ausdruck dieser Veränderung der Rahmenbedingungen.

Diese Unternehmen haben es nicht geschafft, sich in der gebotenen Eile zu verändern und auf die neuen fundamentalen Rahmenbedingungen einzustellen, weil diese Organisationsform Innovation, Kreativität und winning spirit nicht im ausreichenden Maße ermöglicht, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Denn der Arbeitgeber in hierarchisch organisierten Unternehmen gibt die Arbeit in Form von Zeitanteilen, in denen der Arbeitnehmer anwesend sein muss und in denen der Arbeitgeber bestimmt, was der Arbeitnehmer zu machen hat. Zur Abrechnung der vergebenen Zeitanteile werden Arbeitszeiten, Stechuhren und Kontrollen verwendet. Was zählt ist die Zeit, die der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber zur Verfügung stellt, in der er bereit ist, Anweisungen des Arbeitgebers entgegenzunehmen und umzusetzen. Welches Ergebnis dabei herauskommt, ist unerheblich, weil die Tätigkeit des Arbeitnehmers nicht ergebnisorientiert ist.

Die Arbeitsformen der "New Economy" sind dagegen fundamental anders. Was zählt, ist nicht die abgesessene Zeit des Arbeitnehmers, sondern das Ergebnis seiner Tätigkeit. Damit ist er nicht mehr Arbeitnehmer in der klassischen Form. Er ist Unternehmer, Freelancer, Teammitglied, Mitglied einer Crew und letztlich auch Abenteurer, weil es für ihn unsicher ist, ob und wenn ja mit welchem Aufwand er das gesteckte Ziel erreicht.